Auf einem Kongress steht ein Beitrag nicht allein. Er steht zwischen anderen Fachbeiträgen, oft direkt vor oder nach einer Podiumsrunde, und das Publikum vergleicht — nicht mit dem Vortrag von gestern, sondern mit dem, der eine halbe Stunde vorher lief.
Das verändert die Anforderung. Ein Beitrag, der auf einer Firmenveranstaltung trägt, weil er Stimmung erzeugt, fällt auf einer Fachtagung durch. Hier zählt, ob die Aussagen einer Nachfrage aus dem Saal standhalten und ob die Beispiele belegbar sind.
Was den Beitrag von einem KI-Überblick unterscheidet
Die meisten Beiträge zu Künstlicher Intelligenz erklären, was technisch möglich ist. Auf einer Fachtagung weiß das Publikum das bereits — und geht mit dem Gefühl nach Hause, nichts Neues gehört zu haben.
Dieser Beitrag setzt an einer anderen Stelle an: Warum bleiben Vorhaben stecken, obwohl die Technik funktioniert? Die Antwort liegt nicht im Modell, sondern in Entscheidungswegen, Zuständigkeiten und Anreizen. Das ist eine Organisationsfrage, und sie wird auf Technikkongressen selten gestellt.
Für welche Formate der Beitrag gedacht ist
- Plenumsvortrag, 30 bis 45 Minuten, als thematische Klammer am Anfang oder als Zuspitzung am Ende.
- Kurzbeitrag im Parallelprogramm, 20 Minuten, zugespitzt auf eine These statt eines Überblicks.
- Werkstattformat mit Arbeitsanteil, 60 bis 90 Minuten, wenn das Programm das vorsieht.
- Podiumsrunde — als Teilnehmer oder als Moderator, beides nach Absprache.
Was das Programmkomitee bekommt
- Titel und Abstract in zwei Längen, rund 60 und rund 200 Wörter, programmheftfertig.
- Kurzvita in drei Längen (25, 60 und 150 Wörter) und freigegebene Pressefotos in Web-Auflösung; die Druckoriginale mit 300 dpi und Bildnachweis kommen auf kurze Nachricht.
- Auf Wunsch drei Lernziele in Stichpunkten, für Programme, die ihren Teilnehmenden vorab sagen wollen, was der Beitrag bringt.
- Die zugesagte Redezeit wird eingehalten. Wer überzieht, nimmt die Zeit dem folgenden Beitrag.
Was der Veranstalter bereitstellt
Beamer oder LED-Wand mit HDMI-Anschluss, Headset oder Ansteckmikrofon und einen Anschluss für den eigenen Laptop. Bei Podiumsrunden ein zweites Mikrofon für Wortmeldungen. Die Präsentation wird vorab als Sicherung bereitgestellt. Headset oder Ansteckmikrofon, kein Handmikrofon.
Was der Beitrag ausdrücklich nicht ist
Kein Produktvortrag und keine Beratungsakquise von der Bühne. Beispiele aus der eigenen Arbeit kommen vor, weil sie der Beleg für das Gesagte sind — nicht als Referenzliste. Wenn Ihr Format eine Sponsorenbühne vorsieht, ist das etwas anderes und wird vorher als solches benannt.