Ein Strategietag wird nicht gebucht, weil jemand einen Vortrag hören will. Er wird gebucht, weil eine Runde mit offenen Fragen in den Tag geht und am Abend mit Entscheidungen herauskommen soll.
Das ist eine andere Aufgabe als eine Keynote. Auf der Bühne trägt, wer eine These setzt und sie durchhält. An einem Strategietag trägt, wer die Runde arbeiten lässt und nur dort eingreift, wo sie sich im Kreis dreht.
Am Ende steht ein beschlossener Plan. Drei bis fünf Maßnahmen, jede mit einem Namen, einem Termin und einem erkennbaren Ergebnis nach drei Monaten. Kein Foto der Pinnwand, kein Protokoll mit Prüfaufträgen.
Was das für die Zusammensetzung bedeutet
Es gibt eine harte Voraussetzung: Die Personen, die die Maßnahmen beschließen können, müssen im Raum sein. Wenn die Runde am Ende feststellt, dass jemand anderes noch zustimmen muss, war der Tag ein Workshop. Auch das kann richtig sein — nur sollte es vorher so heißen.
Alles Übrige lässt sich einrichten: Bis etwa fünfzig Teilnehmende wird in Kleingruppen gearbeitet und im Plenum zusammengeführt, unter zwanzig durchgehend im Plenum. Gemischte Runden aus Führung und Fachebene funktionieren gut, solange die Entscheidungsbefugnis geklärt ist.
Welche Fragen sich für den Tag eignen
- Wo setzen wir Künstliche Intelligenz zuerst ein — und wo bewusst nicht? Solange diese Frage offen ist, versucht jeder Bereich seine eigene Antwort, und die Kräfte verteilen sich.
- Was hat uns beim letzten Anlauf aufgehalten? Für Häuser, die schon einen Versuch hinter sich haben. Meist liegt die Antwort nicht in der Technik.
- Welche Entscheidungen treffen wir künftig anders? Wenn es weniger um ein Vorhaben geht als um die Art, wie das Haus arbeitet.
- Was bedeutet unsere Strategie für die nächsten zwölf Monate konkret? Wenn die Richtung feststeht, aber die Übersetzung fehlt.
Was am Ende auf dem Papier steht
- Drei bis fünf Maßnahmen, priorisiert, mit Verantwortlichen und Terminen.
- Je Maßnahme ein Satz dazu, woran man in drei Monaten erkennt, ob sie gewirkt hat.
- Eine ausdrückliche „Nicht jetzt“-Liste, damit Verworfenes nicht als stiller Auftrag weiterläuft.
- Die offen gebliebenen Punkte mit der Angabe, wer sie bis wann klärt.
In vier Schritten zum Termin
- Anfrage mit Datum, Ort und Teilnehmerzahl. Rückmeldung in der Regel innerhalb von 24 Stunden.
- Vorgespräch von etwa 30 Minuten zur Ausgangslage: Welche Entscheidungen sind offen, wer kann sie treffen.
- Angebot, schriftlich, mit Format, Dauer, Honorar und Reisekosten.
- Abstimmung kurz vor dem Termin zum Ablauf und zur Leitfrage des Tages.
Was der Veranstalter bereitstellt
Einen Raum, in dem sich Tische umstellen lassen, Beamer oder LED-Wand mit HDMI-Anschluss, Pinnwände oder beschreibbare Flächen und einen Anschluss für den eigenen Laptop. In großen Räumen zusätzlich ein Headset oder Ansteckmikrofon — kein Handmikrofon. Wer die Ergebnisse festhält, wird zu Beginn des Tages festgelegt.